FAQ – Fragen und Antworten

Frequently asked questions

Q: Kann ich mich persönlich schützen?

A: Die offizielle Antwort lautet: “Sie haben Jod-Tabletten erhalten, für den Fall eines grösseren Unfalls”. Die Einnahme ist nicht für alle Personenen glech sinnvoll, da bei Personen über 45 die Nebenwirkungen überwiegen sollen. Sollte es zu einem Unfall kommen, liegt es an ihnen zu entscheiden, ob, wie und in welche Richtung sie evakuieren wollen. Dies hängt stark vom Abstand zum AKW und der Windrichtung ab, falls bereits Radioaktivität ausgetreten ist. Bei einem starken Austritt kann ein Verbleiben im Keller die beste Alternative darstellen. Wenn sie über erhöhte radioaktive Messwerte per E-Mail oder SMS informiert sein möchten, registrieren sie sich bei alarm.oeko-gruppe-laupen.ch (gratis, Spenden werden gerne entgegen genommen).

Q: Hat es genug Strom, wenn Mühleberg vom Netz geht?

A: JA! Das AKW liefert mit 3 TWh nur gerade 5 Prozent vom Schweizer Stromverbrauch. Fällt es aus, wie alleine im 2013 fünf Mal geschehen, bemerkt dies niemand. Es hat genügend Reserveenergie und Strom auf dem Schweizer und Europäischen Markt.

Q: Kann das AKW sofort abgeschalten werden?

A: Ja. Ein AKW kann jederzeit ausser Betrieb genommen. Der Betrieb muss aber voll aufrecht erhalten werden, denn auch während der nächsten drei Jahre (=Nachbetriebsphase) darf es zu keiner Panne kommen. Die Brennelemente müssen dauernd gekühlt werden, ansonsten kann es, wie in Fukushima Block 4, zu einer Explosion kommen.
Wenn die BKW in der Presse erklärte, das Personal würde bis 2019 herum stehen und Däumchen drehen, so ist dies grober Unfug. Das Personal muss zur Anlage schauen, die Ingenieure haben drei Jahre Zeit die Stilllegung zu planen.
Das Geld für diese Phase musste die BKW gemäss geltenden Gesetzen bereits zur Seite legen: 750 Mio CHF liegen in einem Fond bereit und können von der BKW bezogen werden.

Q: Macht das AKW Gewinn?

A: Nein. Das AKW produziert den Strom für 7 Rappen pro kWh. Der Marktpreis liegt bei 4 Rappen pro kWh. Dies ergibt ein Defizit von 3 Rappen.

Die Krux: Der Stromanbieter darf seine Kosten den Kunden weiterverrechnen, und diese, die privaten Haushalte, dürfen ihren Stromanbieter nicht wechseln. Der von der BKW reklamierte Gewinn resultiert durch den von den Einwohnern des Kantons zu zahlenden, überteuerten Strompreis von neu 12 Rappen pro kWh. Die BKW nützt hier ihre Monopolstellung schamlos aus und lässt die Bürger ein unrentables AKW bezahlen.
Wird das AKW abgeschaltet, wird der Strom für alle billiger, da der eingekaufte Strom deutlich billiger ist.

» Details beim Bund.

Q: Wie viele Tote gäbe es bei einer Katastrophe

A: Direkt durch Radioaktivität verstrahlte Todesopfer gab es in Fukushima nicht sehr viele. Todesopfer gab es jedoch indirekte, als Spitäler und Altersheime evakuiert wurden. An Maschinen angeschlossene Patienten aus Intensivstationen sind nicht oder nur schlecht transportfähig. Da in einem Evakuierungsfall Transportmittel rar sind, sind solche immobilen Patienten die ersten Opfer. Familienangehörige, welche entgegen der Weisungen der Behörden im Spital verbleiben, werden nicht in der Lage sein, ihren Angehörigen ädequat zu helfen.

Ähnlich verhielt es sich mit den Tieren der Landwirtschaft: Ein Teil der Bauern in der Region Fukushima entliess die Kühe ins Freie, obwohl diese mit der Zeit aggressiv gegen Menschen reagieren werden. Andere Bauern liessen die Tiere im Stall verhungern, da sie, wie wohl nicht unüblich, über keine oder zuwenig Munition verfügten die Tiere zu erschiessen.

 

Q: Braucht es den Kernmantel?

A: Ja, und er ist wichtig. Immer wieder behaupten Leute, der Kernmantel sei ein besseres Umlenkblech, welches für die Sicherheit nicht relevant sei. Das ENSI ist hier ganz anderer Meinung: Der Kernmantel nimmt fünf Funktionen wahr, welche im Notfall darüber entscheiden können, ob es zu einer Katastrophe kommt oder nicht: Continue reading

Q: Ist ausländischer Strom nicht viel dreckiger

A: Unser Wasserkraftstrom gehört zusammen mit dem Windstrom zu den saubersten Arten Strom zu produzieren, auch wenn beide ihre Schattenseiten haben: Einerseits leiden Fische, andernseits Vögel.
Wenn nun Deutschland Atomstrom teilweise durch Kohlestrom ersetzt, ist dies für das Klima sicher nicht ideal. Deshalb aber einen Reaktor wie Mühleberg noch ein paar Jahre weiter zu betreiben, ist keine Option. Das Risiko für einen schweren Unfall ist bei diesem AKW so hoch wie nirgendwo sonst. Und wir können das Risiko kaum beeinflussen: Regen, Erdbeben, die Alterung von Stahl oder Terrorismus lässt sich nicht oder nur sehr schwierig beeinflussen.

Die EU produziert auch sehr viel Ökostrom, welcher gegen einen kleinen Aufpreis erhältlich ist.