Sicherheit

3-tägiges Unwetter?

Die BKW rechnet höchstens mit einem zweitägigen Dauerregen als grösstmögliche Gefahr für den Staudamm und somit auch für das AKW. Autor der Studie, Prof. Dietmar Grebner, findet dies nicht zulässig (Bund und Tagesanzeiger):

Es ist unbestritten und zu berücksichtigen, dass es Starkniederschlagsphasen über 48 Stunden Dauer geben kann… Die Beschränkung auf bis zu 48 Stunden war datentechnisch erforderlich… Für die Anforderungen der BKW müssten noch Grenzwerte für längere Dauern erarbeitet werden..

Christian Pfister, führender Klimahistoriker verweist auf das Unwetter mit drei Tagen Regen und den schweren Überschwemmungen in Basel 1480

Brilliante Dokumentation

Eine brilliante Dokumentation zu den im AKW Mühleberg gemachten Fehlern von energisch.ch

Zu wenig Notstrom

Nach dem Unfall von Fukushima wurde ein zusätzlicher Notstromgenerator gebaut. Aus dem Infobulletin 8/2013 von Fokus Anti-Atom

Seit Jahren kritisieren AtomgegnerInnen die mangelhafte Notstromversorgung im KKM. Nach dem SUperGAU in Fukushima wurde innert eines halben Jahres ein weiterer Notstromgenerator auf das Notgebäude SUSAN (Spezielles unabhängiges System zur Abfuhr der Nachzerfallswärme) aufgebaut. Der Notstromgenerator  ist einemFlugzeugabsturz direkt ausgeliefert. Anders als die im SUSAN-Gebäude befindlichen 2 Notstromgeneratoren ist der neue aufs Dach gepflanzte nicht durch „dicke“ Betonmauern geschützt. Ein weiteres Nach-Fukushima Bastelwerk, welches vom ENSI akzeptiert wird!

Ob beim Bau des SUSAN  Systems 1990 der Strombedarf bewusst nicht richtig ermittelt wurde, ist nicht bekannt.

» Mehr dazu bei Fokus Anti-Atom

Gezielter Flugzeugabsturz

Weder das AKW noch die Staumauer sind genügend gegen Flugzeuge geschützt. Die Staumauer bietet eine ideale Angriffsfläche, das AKW ist gut von Norden her anfliegbar. Das ENSI wird trotzdem nicht müde, diese Gefahr systematisch herunter zu spielen.

Als Argumente werden vom ENSI seit zwanzig Jahren die selben Fakten falsch angeführt:

  • Das AKW liegt in einem Tal und ist geographisch gut geschützt: Falsch, von Norden her führt ein ganz normaler Landeanflug ans AKW
  • Der Anflug erfordert hohe Präzision: Als wäre irgend ein Landeanflug nicht präzise: Jeder Pilot muss sein Flugzeug mit +/- 1 m seitlichem Versatz landen können, sonst war er Pilot.
  • Die Betonstärke beträgt 60 cm: Nicht jedoch das Dach, welches an der dünnsten Stelle nur 16 cm misst.
  • Eine Boeing 707 hat soundso viel Gewicht und kann den Beton höchstens bei einem direkten Treffer vielleicht durchdringen: dieser Flugzeugtyp ist uralt, älter als das AKW und wurde daher von den Fluglinien schon lange wegen mangelnder Sicherheit ausser Betrieb genommen. Heutige, computergesteuerte Flugzeuge wiegen ein Mehrfaches.

Die deutsche Pilotenvereinigung lies das Bundesministerium klipp und klar wissen, dass ein gezielter Anflug in irgendein AKW kein Problem sei. Diese Meinung vertritt auch Airbus Instruktor bei der Swiss Max Tobler.

 

Konstruktionsfehler Betonfundament

Fast sämtliche wichtigen Notfallsysteme wie Wasserpumpen sind im selben Raum direkt unterhalb des Kernreaktor und des Brennelementbeckens aufgestellt. Bei einem Störfall mit grossem Wasserverlust fallen alle Systeme gleichzeitig aus. Doppelt ausgelegte Sicherheitssysteme müssten räumlich getrennt aufgestellt sein, wie dies bei den kurz nach Mühleberg erstellten Reaktoren des selben Typs in den USA auch der Fall ist.

Dieser enorme Schwachpunkt lässt sich mit keiner Nachrüstung beheben; bereits beim Giessen des Fundaments wurde diese Möglichkeit verbaut.

Kernmantel

Niemand kann sicher voraussagen, wo und vor allem wann der Kernmantel komplett durchgerissen sein wird.

  • Die Risse wachsen unaufhörlich.
  • Ist der Kernmantel durchgerissen, ist der Reaktor definitiv nicht sicher und müsste unverzüglich vom Netz.

Leider kann nur während der jährlichen Revision und dann auch nur ein Teil des Kernmantels inspiziert werden:

Der Prüfbarkeit von sicherheitstechnisch wichtigen Komponenten hat man bei Altanlagen keine besondere Bedeutung eingeräumt. Dies führte dazu, dass gerade Altanlagen in besonders gefährdeten Bereichen, z.  Schweissnähte oder Anschlussstellen mit unterschiedlichen Stahlsorten, nur eingeschränkt wiederkehrenden Prüfungen unterzogen werden können, obwohl gerade Altanlagen aufgrund ihrer häufig schlechteren Qualität eigentlich verstärkt überprüft werden müssten.
(D. Majer, SES, 2014)

Unzuverlässiges Kraftwerk

Alleine im 2013 musste das AKW fünf Mal ungeplant vom Netz genommen werden (vgl. REMIT).

  • Ein solches Kraftwerk ist kein Garant für eine zuverlässige Stromproduktion, auf welche die Schweizer Wirtschaft zählt.
  • Jede Notabschaltung belastet ein AKW:

“Zu dieser Versprödung als Ursache für reduzierte Festigkeitseigenschaften des Reaktordruckbehälters kommt die Ermüdung des Materials durch das An- und Abfahren des Kernkraftwerkes. Reaktorschnellabschaltungen verstärken diesen Effekt noch.” (D. Majer, Risiko Altreaktoren)